Im Sommer 2014
roch der Marktplatz
nach Reneklauden.
Marlene war damals 31, kam aus einer Sterneküche in Lyon zurück nach Berlin und wollte eines: eine kleine, ehrliche Küche, in der niemand gestresst mit der Pinzette an den Tellern hantiert. Drei Wochen später hatte sie den Schlüssel zu einem ehemaligen Eckladen am Marktplatz, einen Sauerteigansatz aus Lyon — und keinen Plan. Geöffnet wurde am 12. September.
Heute, zwölf Jahre später, ist das Bistro genau das geworden, was sie sich damals erträumt hat: ein Ort, an dem man am Tresen einen Espresso trinkt, wenn man schnell muss — und stundenlang an einem der sechs Tische sitzt, wenn man Zeit hat. Mit immer dem gleichen Sauerteig im Brot. Helga heißt er. Inzwischen wird er zwölf.